Über Anja

Ich bin in Potsdam geboren und aufgewachsen. Ich habe noch einen jüngeren Bruder,

kleiner  war er nur eine Zeit lang.  Früher waren wir wie Hund und Katze, wobei ich

heute nicht sagen kann, wer was, oder öfter war ;)

Meine Eltern haben sich mit der Wende getrennt und ich bin mit meiner Mama

umgezogen. Durch den Umzug und den daraus resultierenden Schulwechsel mitten

im Jahr war die Grundschulzeit für mich echt eine Katastrophe. Die Klassenlehrerin

war eine Zumutung, Freunde fand ich in der Klasse keine, hatte dafür aber gute Noten.

Bestimmt  ein wenig von meiner Mama beeinflusst, sie war damals als Pflanzenkennerin

und Biotopkartografin unterwegs, wollte ich sogar Forscherin werden.

Aber natürlich Meeres!-Forscherin. Weil Wasser fand ich schon immer toll. Weitere

Berufswünsche damals waren noch Prinzessin, Bibliothekarin und Millionär. Prinzessin

hält sich übrigens bis heute ;)

In den Sommerferien war ich sehr gerne im Ferienlager. Teilweise war ich nur zum Wäsche waschen zu Hause.

 

Nachdem ich die Grundschulzeit, im wahrsten Sinnes des Wortes, hinter mich gebracht habe, stand ein neuer Schulwechsel an. Diesmal pünktlich zur „Einschulung“, was meinem Sozialverhalten sehr geholfen hat, meinen Noten aber eher weniger...

Mit 13 habe ich angefangen zu tanzen. Auf Anraten meiner Mama: „wenn du irgendwann heiratest und dann nicht tanzen kannst, ist das echt peinlich“. Also ging ich zum Training. Standard und Latein. Walzer, Tango, Cha-Cha-Cha und Quickstepp. Aber wie das meistens so ist, Jungs hatten, und viele haben auch heute noch, keine Lust aufs Tanzen. Ein  ehrgeiziger Tanzpartner war also Fehlanzeige. 

Ungefähr zur gleichen Zeit hatte sich mein Onkel ein Ultra-Leicht-Flugzeug gebaut. Er ist damit zwar auch runtergefallen, aber das hat mich trotz allem nicht abgehalten ein paar Mal mitzufliegen. Außerdem war auf dem Flugplatz immer was los. Und als es dort einen Tandem-Fallschirmsprung gab, war ich nicht mehr zu halten. Trotz fleißigem Zeitungsaustragen fehlte mir dafür natürlich das Geld. 300,00 DM waren echt viel. Ich habe ALLE meine Verwandten angerufen und gefragt, ob sie nicht ein bisschen dazulegen wollen. Und dann bin ich aus dem Flieger gesprungen. Was für ein Gefühl! Wahnsinn!

Als es dann um das Thema Ausbildung ging, war der Gang zum Berufsinformationszentrum obligatorisch. Hier saßen wir alle an Computern und klickten die Fragebögen durch. Ob wir gerne mit Menschen arbeiten oder schwere Arbeiten verrichten wollen würden…?  Der Klassiker damals.

Meine Ergebnisse: Friseurin, Kosmetikerin oder Hotelfachfrau. Da war keine Möglichkeit anzukreuzen, dass man Prinzessin oder sonst was Tolles werden möchte.

Schlussendlich habe ich mich für eine Ausbildung zur Hotelfachfrau entschieden. Hier sah ich für mich die einzige Möglichkeit, aus Deutschland raus zu kommen. Schon mit 12 hatte ich damals entschieden, dass ich nicht in Deutschland bleiben möchte. Die Gründe dafür lagen zum einen an der ollen Grundschulzeit und zum anderen hatte die Kindergeldkasse ungefähr zu diesem Zeitpunkt entschieden, die Unterhaltszahlungen einzustellen, was unsere eh immer knappe Familienkasse noch mehr belastete. Sollte ich also mit 12 Jahren meinen Unterhalt selbst erarbeiten? Ich wollte einfach immer nur weg.

Aber ganz so mutig, wie ich gerne gewesen wäre, war ich dann doch nicht.  Also ging es mit gerade 17 Jahren zur Ausbildung erstmal ins deutschsprachige Ausland nach Österreich.

Weg von zu Hause, das erste Mal alleine. Länger als ein Jahr habe ich es nicht ausgehalten. Also wieder zurück nach Deutschland. Meine Ausbildung habe ich dann in Caputh bei Potsdam beendet.

Mit dem Facharbeiter in der Tasche wurde ich dann bei AirBerlin vorstellig. Jetzt erwachsen und schon 20 Jahre alt, wollte ich die Welt sehen. (Ja, ich weiß, AirBerlin flog damals nur Europa an, reichte aber vorerst)

Nach 6 Wochen Crash Kurs war ich Cabin Assistent, Saftschubse, Kinderentertainerin, Krankenschwester, Putzfrau, Händchenhalterin, Marktschreierin, Galleymaus, Rettungsschwimmerin, Schminkpuppe und Sicherheitsbeauftragte… für genau ein halbes Jahr. Dann hat es mir gereicht.

Aber ich hatte Europa gesehen! ...zumindest von oben... und ein paar Flughäfen.

Weitere Jobs in verschiedenen deutschen Städten kamen und gingen und ich hatte immer das Gefühl irgend etwas fehlt noch. Ein wenig sesshafter wurde ich für eine Zeit in Bonn. Als Autovermieterin, neudeutsch Rental Agent, schob ich für den orangenen Anbieter mehrere Jahre die Schlüssel über den Tresen. Hier lerne ich auch den zukünftigen Papa von Gabriel kennen. Er Student, ich Autovermieterin, hangelten wir uns von Monat zu Monat und wurden plötzlich Eltern. Gabriel hielt uns auf Trapp aber nicht meine innere Unruhe fern. Drei Jahre Elternzeit? Nicht mit mir. Nach nur einem Jahr ist mir die Decke auf den Kopf gefallen und ich habe überlegt, wie ich im „Westen“ an einen Krippenplatz komme. Nein, das ist nicht einfach… Kurzfassung: ich habe mich von Bonn nach Berlin versetzen lassen, bin zurück nach Potsdam gezogen und ging wieder arbeiten.

 

In dieser Zeit traf ich auch eine Entscheidung, die einiges in meinem Leben verändern sollte. Zwischen Mamasein, Pendeln von Potsdam nach Adlershof (im Osten von Berlin) und Fernbeziehung nach Bonn zum noch studierenden Papa von Gabriel, machte ich mir Gedanken, was eigentlich aus Gabriel und mir wird, wenn sein Papa und seine Mama sich nicht mehr mögen. War doch das Geld, welches ich damals von den Orangenen bekam mehr als dürftig. Von 1T € im Monat sollten dann Miete, Auto, Essen usw. bezahlt werden. Und Klein-Gabriel wollte auch ein Eis. Es musste also eine Lösung her.

Die Lösung war: ich ging studieren!

12 Jahre nachdem ich die Schule verlassen hatte, 10 Jahre schon berufstätig war und ohne Abi schieb ich mich für BWL an der Freien Uni in Berlin ein.

Pünktlich zu meiner Uni-Einschulung trennte ich mich dann auch von Gabriels Papa. Da stand ich nun. Alleinerziehend, Studentin, hoffnungslos überfordert mit diesem Unikram, zusätzlich zwei Nebenjobs damit ich Gabriel und mich finanzieren konnte und wusste weder ein noch aus.

Die Vorlesungen hielten sich natürlich nicht an die Kitaöffnungszeiten, die Professoren waren meist gestresst, die Dozenten dafür umso entspannter, die Essays hatten zu viele Seiten, die Klausuren waren zu schwer, die Zeit zum Lernen zu kurz, das Essen in der Mensa nur so lala, Gabriel wurde größer und größer, ich startete meine erste Selbstständigkeit als Fitnesstrainer, Gabriel wurde eingeschult, ich bekam einen Job als Moderatorin beim Fernsehen, lernte Denny kennen, hatte meine erste Live-Moderation in Berlin und pendelte wieder.

Diesmal nicht wegen der Arbeit, sondern aus Liebe <3

Nach etwas mehr als der Regelstudienzeit von 6 Semestern waren sowohl ich, als auch die Uni froh, dass ich meinen Bachelor in der Tasche hatte. Ich glaube nur mein Mathenachhilfelehrer war traurig, hatte ich doch während meines Studiums garantiert die Ausbildung für alle seine 5 Kinder finanziert.

Jetzt wo ich diese Dinge aufschreibe, denke ich, dass die Zeit anstrengend gewesen sein musste. Im Nachhinein weiß ich auch heute nicht, wie das alles funktioniert hat. Hat aber! Und einen großen Teil zum Funktionieren hat meine Mama beigetragen. Hat sie doch zum Beispiel in der Klausurzeit auf Klein-Gabriel aufgepasst und mich mit Essen versorgt.

Der nächste Umzug stand aber schon wieder bevor. Diesmal Gabriel und ich. Gemeinsam nach Braunschweig zu Denny. Hier fand ich eine tolle Arbeit und Gabriel ging auch schon in die zweite Klasse. Nach einem Jahr hat Gabriel sich dann aber entschieden wieder zurück nach Potsdam zu ziehen. Er vermisste seine Freunde zu sehr.

Und nicht ganz ein Jahr darauf erhielt Denny das Angebot für drei Jahre nach China zu gehen.

Jetzt sind wir hier.

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