• Anja

Was eine Schweinerei

Ende Mai gab es meine super-duper Geburtstagsparty. Mit ganz viel Sonnenschein, einer wunderbaren Torte, Sekt und Wasserpistolen. Es war einfach zu heiß…


Und seit Juni nutzen wir wieder jedes Wochenende dazu, um ans Wasser zu kommen.

Den Spot am Fluß hatte ich euch schon im letzten Blog vorgestellt. Diesmal gibt es auch noch ein paar Kitebilder und einen Walk of Shame von Fabi ;) inklusive bis zum Oberschenkel im Matsch stecken bleiben. (ich habe ihm natürlich geholfen, NACHDEM ich das Foto gemacht habe)


Und wir haben im Juni einen wunderschönen See gefunden. Sauberes, klares Wasser, Sichttiefe von ungefähr 2 Meter, in China ein absolute Seltenheit.


Zwar ist ein Zaun drum herum mit Schildern: Nicht angeln, nicht schwimmen, aber auch die dortigen Chinesen betreten das Gelände. Und ich muss sagen: LEIDER!

Wir haben inzwischen zwei Mal dem Kofferraum mit dort eingesammeltem Müll voll gehabt. Angler und Badegäste lassen ihre Flaschen und Angelschnüre liegen, schmeißen ihre Kippen ins Wasser und haben sich sogar ein Sofa dorthin gestellt, das nun langsam vergammelt.

Bei der letzten Grillparty dort, wurden wir zwar auf ein paar Spießchen und Bier eingeladen, dafür haben die freigiebigen Chinesen ihren gesamten Müll liegen gelassen. Sie haben ihre Reste zwar in einer Tüte gesammelt, aber nur 20 Meter weit getragen und dann ins Grüne geschmissen.

Nach ein paar Tagen war ich wieder am See und habe einen der Feiernden per Nachricht angeschrieben, warum sie ihren Müll nicht mitgenommen haben. Die Antwort kam prompt:

„Es gäbe dafür Personal.“ Später hat er versprochen, sie würden es wegräumen.

War leider auch wieder Fehlanzeige. Der nächste Besuch von Denny und mir war wieder dem Müll sammeln gewidmet. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich beinahe gekotzt hätte. Eine Woche alte Speise- und Bierreste in der Sonne sind echt zum würgen.

Wieder waren es zwei Mülltüten und ein Eimer, dann war unser Kofferraum voll. Bis zum Nächsten Container mussten wir mit offenem Fenster fahren, geschlossen wäre es nicht zum aushalten gewesen.

Beide Müllbeutel sind allerdings nicht dicht gewesen und die Suppe ist in unserem Kofferraum gelaufen. Die ganze nächste Woche haben wir damit verbracht den Kofferraum zu reinigen und die ganzen Abdeckungen zu kärchern, was eine Schweinearbeit! Inzwischen ist nichts mehr zu riechen.


Und nicht mal 6 Tage nach dieser Aktion haben uns folgende Szenarien in der Nähe vom See erwartet:


Was bitte stimmt mit den Chinesen nicht? Und ja, ich verurteile hier eine ganze Völkergruppe, das ist mir durchaus bewusst! Ich lasse es aber bewusst so stehen.


Mich würde es mal interessieren, wie es bei denen zu Hause aussieht, ob die wohl wohnen wie die Schweine? Wenn ich hier in der Stadt in so einige Fenster schaue, kommt mir doch glatt der Gedanke, dass sie das auch ganz wirklich tun. Gerümpel bis unter die Decke.


Ich habe bisher nur einige wenige Ausnahmen getroffen, die sich wirklich Gedanken machen über ihre Taten. Der Großteil jedoch schert sich einen Dreck.

Sie kippen einfach ihren Aschenbecherinhalt an der Ampel aus dem Autofenster, schnippen anderen Müll gleich hinterher und lassen nach dem Picknick im Park ihre Plasteverpackungen liegen.

Innerhalb der Stadt gibt es nun wirklich Personal, das denen hinterher räumt, aber das kann doch nicht Sinn der Sache sein!

Schon oft habe ich hier erlebt, dass sich lieber um die Auswirkungen gekümmert, statt die Ursache behoben wird.

Beispiele gefällig?

  • 50 Tage Verkehrserziehung in Changchun (Start war diese Woche)

Ursache: fehlende Grundlagenausbildung der Fahrschüler, keine ausgebildeten Fahrlehrer

Auswirkung: alle fahren wie die Wahnsinnigen, parken wild und kleben die Telefonnummer hinter die Windschutzscheibe, damit sie angerufen werden, falls der Zugeparkte weg fahren möchte

  • Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

Ursache: keiner nimmt seinen Müll mit

Auswirkung: ohne das Personal würden alle hier im Müll ersticken



Getestet wird bei uns übrigens immer noch ganz fleißig. Die Dauer zwischen den Tests schwankt immer mal von alle zwei bis alle vier Tage. Aber bei uns im Compound ist das ziemlich gut organisiert. Da gibt es morgens eine Gruppennachricht in den Chat und dann werden alle getestet. Aktuell alle drei Tage.

Braucht man außerhalb der Compoundzeiten einen aktuellen Test, so sind überall in der Stadt so kleine Büdchen aufgebaut. Handycode vorzeigen, Mund auf, Stäbchen rein und nach spätestens 8-10 Stunden ist das Ergebnis im Handy sichtbar.



Seit Mai hatte ich mich einem Teamprojekt verschrieben, das Nadine für ihr Studium ausarbeiten musste. Thema: Zusammenarbeit.

Ihre Idee war ein Podcast über Aktivitätsmöglichkeiten hier in Changchun. Und dafür hat sie mich als Partnerin auserwählt. :)

Wir haben viel Zeit, Arbeit, Schweiß und Kreativität in unser Projekt gesteckt. Beide als podcastliche Jungfrauen hatten wir uns das Ganze ein wenig einfacher vorgestellt, aber sind nicht die Unwissenden die Seligen? Naja, ganz so doof haben wir uns schlussendlich nicht angestellt. Was bei unserer Zusammenarbeit herausgekommen ist, könnt ihr euch hier anhören:


Und Mitte Juli gab es auch endlich die erste Tanzveranstaltung nach dem Lockdown. Maibaum aufstellen. Geplant war das ja, wie der Name schon sagt, für Mai, aber da waren sämtliche Zusammenkünfte noch verboten.

Denny und ich hatten jedenfalls viel Spaß, ich habe sogar als Erste den Nagel versenkt und einen Gutschein für Nudeln erhämmert.


Viele Grüße

Anja & Denny

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