• Anja

Hochzeitsplanung Level China

Lange genug habt ihr auf unser nächstes Lebenszeichen gewartet.

Und ich warte immer bis was Spannendes passiert, dass ich euch erzählen kann :)


Endlich mein erster SUP Kurs

Meine erste Anfrage für einen SUP-Anfänger Kurs habe ich bekommen. Deswegen habe ich dann angefangen zu prüfen, wo hier in Changchun gute Einstiege, die anfängerfreundlich und mit dem Auto gut zu erreichen sind. Zwar gibt es hier in der Stadt schon viel Wasser, aber nicht jeder Bach/ Fluss/ See ist dafür geeignet, oder man kommt mit dem Auto schlecht ran, weil es ein Park ist, oder es ist nicht erlaubt. Wobei ich die Schilder eh nicht lesen kann… Aber ein „Dont touch water“ – Schild versteh dann auch ich. Allerdings ist es ja Auslegungssache, ob man beim SUPn das Wasser anfässt oder nicht ;)


Graduation oder Abiabschluss

Ende Mai waren Denny und ich zu der Graduation von Noelle eingeladen. (Noelle ist die Tocher von einem Arbeitskollegen von Denny.) Das ist vergleichbar mit dem Abi-Abschluss und feierlicher Zeugnisübergabe in Deutschland. Hier wurde dafür extra ein Veranstaltungssaal in einem Hotel angemietet, Buffet aufgebaut und ein Nachmittags/ Abendprogramm geplant. 13 Schüler haben ihr Zeugnis überreicht bekommen, haben jeder eine ca. 2 minütige Rede gehalten und wurden von den Familienmitgliedern beklatscht. Teilweise waren die Schüler so gerührt, dass es für sie wirklich schwierig war, ihre Rede zu beenden. Im Anschluss wurde dann verlesen, auf welche Unis die Schüler gehen werden. Von Deutschland über Spanien, Australien und Kanada war alles dabei.

Nach dem offiziellen Teil wurde das Buffet eröffnet. Schon vorher konnten einige nicht aushalten und haben schon vor der Freigabe genascht… Während alle sich am Buffet bedienten, fanden die Aufführungen der Schüler statt. Das heißt, während alle entweder draußen am Buffet sind, schwatzender Weise zum Tisch zurückkehren oder schmatzend aßen, standen die Schüler auf der Bühne und wurden fast nicht beachtet. Für mich war das echt befremdlich. Da haben sich die Schüler Gedanken gemacht, was sie vorführen wollen (u.a. war eine Zaubershow dabei), haben es einstudiert und dann gibt es weder Aufmerksamkeit noch großen Beifall. Auf Nachfrage bei schon erfahrenden Expats heißt es: „das ist hier so üblich, das ist chinesisch“. Ich wundere mich wirklich. Ist es hier in China wirklich so, dass ausschließlich die schulischen Leistungen zählen? Dass nur die beste Uni gut genug ist? Dass Kinder oder Schüler quasi gedrillt werden, Dinge auswendig zu lernen und ihrer Kreativität keinen Platz gelassen wird? Und wenn das Kind doch kreativ wird oder sein möchte, dies nicht honoriert wird? Ich finde das wirklich traurig. Merke ich doch, wie sehr ich hier meine Kreativität ausleben kann und freue mich über die Möglichkeit.

Weiter geht’s mit dem Abend. Nachdem der Anfangsteil für „Nicht“-Eltern doch eher mäßig spannend war, das Buffet dann Erleichterung gebracht hat, warteten wir auf den nächsten Programmpunkt. Auf der Agenda war nach der „Students performance“ Schluss. Neben der Zauberschow hatten auch einige chinesische Schüler eine Art Karaoke vorbeireitet. Das ist hier in China der letze Schrei. ALLE wirklich alle stehen hier auf Karaoke. Dieter Bohlen hätte seine wahre Freude. Oder auch nicht…

Na, wer errät, welches Lied das ist?


In der Hoffnug, dass später auch getanzt wird, hatten Denny und ich unsere Tanzschuhe schon geschnürt. Aber Pustekuchen. Keine Tanzfläche. Erst als die ersten Schülerinnen mit ihren Mamis einfach auf dem Teppich losgetanzt haben kam ein bisschen Schwung in die Bude. Schlussendlich war es dann doch ein wirklich schöner Nachmittag und Abend.


Unser erstes Westpaket

Pünktlich zum Kindertag am 1. Juni ist unser erstes Westpaket angekommen. Von meiner Mama Ute liebevoll gepackt mit allen Dingen die wir uns gewünscht haben. Unter anderem zwei Kites, Nimm2 und Brotbackmischungen. Allerdings haben zwei Tüten Backmischung den Transport nicht überlebt, sodass aus unserem Paket das Mehl gerieselt ist. Wirklich in jeder Ecke war Mehl. Erst hatten wir überlegt, ob das Ansicht war, damit der Zoll unser Paket nicht aufmacht... Mama hatte übrigens die Bonbons einzeln und nicht in der Tüte ins Paket gelegt.

Das war ein sehr spannendes Auspacken und danach mussten wir unser Wohnzimmer wischen….

ABER die Pakete kommen an und das finden wir super. Und Yuri auch:


Yuri beim Tierarzt

In der ersten Juni Woche haben wir auch unser Katerchen kastrieren lassen. Da hier in China alles anders ist, musste ich mich auch erst an die chinesischen Tierärzte gewöhnen.

Positiv: sie nehmen sich wirklich Zeit (liegt vielleicht auch ein wenig an der Sprachbarriere, alles muss mühsam mit App übersetzt werden)

Für mich ungewöhnlich: offene Behandlungsräume. Ich meine, die Katze steht ja nun nicht im Hemdchen da, aber irgendwie ist es für mich komisch, wenn mein Tier in Behandlung ist, dass jemand anders mit in den Raum marschiert und dem Arzt Fragen zu seinem Tier stellt. Und der Arzt antwortet auch noch ganz gelassen, statt den Halter ins Wartezimmer zu verweisen. Zudem, falls der andere Halter dein eigenes Tier interessant findet, dann setzt er sich einfach dazu und guckt zu oder fragt dich nach deinem WeChat-Kontakt. Also auch bei Tieren keine Privatsphäre. Die Kastration hat Yuri gut überstanden. Fand nur den Trichter echt blöd und ist damit überall gegen gelaufen.


Das SUP von Denny ist kaputt

Nachdem ich ja Ende Mai schon die Spotbegehung für meinen anstehenden SUP Kurs gemacht hatte, hatte ich Anfang Juni meine erste Schülerin. Auch eine Expatbegleitung. Beim Aufpumpen der SUPs mussten wir dann feststellen, dass das SUP von Denny pfeift. Nun, wenigstens haben wir das noch an Land gehört und nicht erst auf dem Wasser bemerkt. Aber wie schult man mit nur einem SUP? Ein Glück war der Platz gut gewählt. Wir hatten einen sehr langen Steg, auf dem ich auf und ab gehen konnte und meine Schülerin fast normal anweisen konnte. Zum Schluss, quasi die Abschlussrunde, bin ich mit auf das SUP. Sind ja beide nur zarte Personen und das SUP ist bis 150kg belastbar, da kommen wir bei weitem nicht ran! Ging auch super und meine Schülerin war begeistert.


Platzt unsere Hochzeit?

Dann haben wir in der gleichen Woche, also Anfang Juni nicht so tolle Nachrichten bekommen:

Unser Hochzeitshotel im Harz renoviert und kann unsere Hochzeit nicht ausrichten. Geplante Wiedereröffnung Frühjahr 2023!!!

Denny und ich wussten erst nicht was wir sagen oder auch nur fühlen sollten. Einfach nur völlig leer und sprachlos. Nachdem das Harzschloss nun schon die zweite Location ist, der Termin schon zum dritten Mal verschoben wurde, waren das Nachrichten, die wir wirklich nicht gebrauchen können. Vor allem nicht hier in China. Man kann ja nicht eben nach Deutschland fliegen und ein neues Hotel suchen.

Eine Verschiebung auf Frühjahr 2023 kam für uns nicht in Frage! Was also tun?

Wir haben uns danach als erstes mit unserem Hochzeitsplaner in Verbindung gesetzt. Man, was sind wir doch froh, ihn zu haben.

Ich habe mich dann eine Woche lang mit Recherche beschäftigt. Übers Internet. Hotels per Internetauftritt bewerten, anfragen und ranken. Was eine Arbeit. Insgesamt habe ich ca. 70 Locations angeschrieben. Der Termin ist ja nun wirklich nicht mehr lange hin, 13 Wochen nur noch. Und da Corona so viele Hochzeiten hat ausfallen lassen, ist die Chance, dass eine tolle Location, so wie wir uns die wünschen und vorstellen, noch unseren Termin frei hat, echt nicht leicht zu finden. Klar, dass sehr viele uns eine Absage erteilt haben. Auch die Idee sowohl die Location, als auch den Termin nochmal zu wechseln habe ich in den Mails mit abgefragt.

Inzwischen haben sich ein paar Favoriten heraus kristallisiert. Auch in Zusammenarbeit mit unserem Harzhotel haben wir noch den einen oder anderen Tipp bekommen.

Solltet ihr, liebe Hochzeitsgäste, jetzt Schnappatmung bekommen:

1. Kennen wir das, hatten wir auch 2. Macht nix, wir schaukeln das schon und 3. es wird toll und wir freuen uns auf euch.

Ganz wichtig!

Der Termin bleibt. Ihr bekommt nur eine andere Adresse. Und die werden wir euch schicken, versprochen.


Jetzt ist erstmal Entspannung angesagt

Diese Woche haben wir erstmal Urlaub. Neben den ganzen administrativen Dingen haben wir auch Zeit für tolle Sachen. So sind wir wieder mit unserem Dachzelt unterwegs gewesen und machen bei schönem Wetter Tagesausflüge zum See, kümmern uns um Denny seinen Anzug und gehen E-Longboard fahren. Außerdem haben wir seit Anfang Juni das neue Auto.

Was uns immer wieder auffällt, wenn wir aus der Stadt fahren: es ist jedes mal wie ein kleiner Zeitsprung. Auf dem Dorf ist gefüllt die Zeit stehen geblieben. Aber keine Ahnung welches Jahr wir dort haben, auf alle Fälle noch vor meiner Geburt!

Die Menschen, ich würde sagen fast ausschließlich Bauern leben hier in Häusern, die zwar Strom aber mit Sicherheit kein fließendes Wasser haben. Auch gibt es, so glauben wir, keine Gasleitungen oder so. Abends riecht es immer nach Feuer oder Kamin. Dennys Vermutung ist, dass sie auf so einem Mehrzweckofen kochen, also so einer mit Herdplatte. Außerdem haben wir über die Zeit beobachtet, wie die Bauern ihren Mais ausbringen. Leider haben wir keine Fotos davon. Wír haben uns nicht getraut Fotos von den Menschen zu machen.

  1. die Äcker werden von Hand oder maximal mit einer winzigen Motoregge umgegraben, sodass einzelne Reihen wie beim Spargelfeld entstehen, nur in kleiner. (die Motoregge ist übringes universell einsetzbar, kann sowohl zum umgraben, als auch zum ziehen von einem Anhänger oder als Bootsantrieb benutzt werden)

  2. dann werden in die Erdhügelreihen die Maiskörner gepflanzt. Und zwar einzeln! Jedes Korn wird, entweder mit einer Art Presslufthammer oder etwas in der Art wie ein Laufen-lernen-schiebe-Roller, in die Erde eingebracht.

  3. dann wird fleißig Unkraut gezogen oder mit Kanister und Spühapperat das Unkraut bekämpft. Natürlich auch alles per Hand und zu Fuß.

Gestern Abend waren in den Dörfern ganz viele Menschen unterwegs und haben sich zum Tanzen getroffen. Was genau betanzt wurde wissen wir nicht.


Was macht eigentlich unsere Terrasse

Und mein Gartenprojekt ist nun endlich fertig. Naja, also bissl Deko fehlt noch, aber ich finde es ist gut geworden, Und auch Denny saß letztens mit mir auf der Treppe und meinte:

„ist echt toll geworden, hätte ich mir nicht so vorgestellt.“

Was meint ihr dazu? Lasst doch mal ein Kommentar da.

Und hier nochmal der Vergleich:


Voher:

Nachher:

Stellt euch bitte noch ein bisschen Feenstaub darauf vor :)


Updates und Fotos vom Geburtstag

  • Unsere Wohnung ist immer noch nicht vermietet. Wenn ihr also jemanden kennt, der auf Zeit in Stöckheim wohnen möchte. Meldet euch bei uns.

  • Denny sein toller Skoda sucht einen neuen Besitzer



Liebe Grüße

Anja & Denny

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